Ring selber machen: Vom Metallstreifen zum fertigen Ring

Einen Ring selber machen ist ein ideales Projekt, um mehrere Goldschmiede-Grundtechniken zu verbinden: messen, sägen, feilen, biegen, löten, rundrichten und polieren. Gleichzeitig zeigt ein Ring sehr schnell, ob die Vorarbeit sauber war – denn schon kleine Abweichungen bei Länge oder Fuge verändern die Grösse.

Für den Einstieg: Arbeite zuerst mit einem einfachen, gleichmässigen Ringprofil ohne Steine oder komplizierte Fassung. So kannst du dich auf Grösse, Form und Lötfuge konzentrieren.

1. Ringgrösse festlegen

Bevor du Material zuschneidest, brauchst du eine Zielgrösse. Für die Werkstatt sind Ringmass und Ringriegel deutlich zuverlässiger als Papierstreifen oder eine reine Online-Schätzung.

Unser Guide: Ringgrösse richtig messen.

2. Ringrohling berechnen

Nur den gewünschten Innenumfang als Streifenlänge zu verwenden, führt meist zu einem zu kleinen Ring. Die Materialstärke beeinflusst die benötigte Länge.

Rio Grande verwendet als Grundformel:

(Innendurchmesser + Materialstärke) × π = Länge des Ringrohlings

Für Ringe über 4 mm Breite nennt Rio Grande zusätzlich 0,5 mm als Korrekturwert. Diese Formel ist eine gute Ausgangslage, ersetzt aber nicht die spätere Kontrolle auf dem Ringriegel.

Quelle: Rio Grande – Ring Blank Sizing Chart.

3. Metallstreifen zuschneiden

Der Ringrohling wird möglichst rechtwinklig und sauber zugeschnitten. Ein Goldschmiedesägebogen gibt dir dabei deutlich mehr Kontrolle als grobes Trennen.

Goldschmiedesägen & Schneidwerkzeug

4. Kanten feilen

Die beiden Enden müssen sauber und flächig aufeinanderpassen. Je besser die Fuge vorbereitet ist, desto einfacher wird die spätere Lötung.

Goldschmiedefeilen ansehen

5. Ring vorformen

Der Streifen wird schrittweise gebogen, bis die Enden sauber aufeinanderliegen. Hier helfen Ringbiegewerkzeuge, Zangen oder geeignete Formhilfen.

Wichtig ist nicht, den Ring sofort perfekt rund zu bekommen. Vor dem Löten zählt zuerst eine möglichst saubere Fuge.

6. Fuge löten

Beim Hartlöten müssen Fuge, Flussmittel, Lot und Wärmeführung zusammenpassen. Zu viel Lot macht eine schlechte Fuge nicht besser.

Ausführlich: Schmuck löten & Lötwerkzeug.

7. Ring rundrichten

Nach dem Löten wird der Ring auf einem Ringriegel gleichmässig rundgerichtet. Verwende einen Hammer, dessen Schlagfläche zur gewünschten Oberfläche passt.

Ringriegel & Mandrels · Goldschmiedehämmer

8. Grösse kontrollieren

Prüfe den Ring erneut auf dem Ringriegel. Kleine Abweichungen lassen sich je nach Material und Konstruktion noch korrigieren.

9. Lötstelle versäubern

Überstehendes Lot und kleine Unebenheiten werden mit Feile und Schleifmitteln entfernt. Dabei nicht unnötig viel Material von der Ringschiene abtragen.

10. Oberfläche polieren oder strukturieren

Die Oberfläche wird schrittweise verfeinert. Für Hochglanz gilt: Tiefe Kratzer müssen vor der eigentlichen Politur entfernt sein.

Schmuck polieren.

Welche Werkzeuge brauchst du für einen einfachen Ring?

  • Ringmass und Ringriegel,
  • Sägebogen und passendes Sägeblatt,
  • Feilen,
  • Zange beziehungsweise Biegewerkzeug,
  • Lötwerkzeug,
  • Hammer zum Rundrichten,
  • Schleif- und Poliermittel.

Die komplette Auswahl findest du unter Ringbearbeitungswerkzeug und auf unserer Seite Goldschmiedebedarf Schweiz.

Werkzeug für dein Ringprojekt

Starte mit Messen, Sägen und sauberer Fuge. Spezialwerkzeug kannst du später ergänzen.

Ringwerkzeug ansehen

FAQ Ring selber machen

Welches Werkzeug brauche ich für einen Silberring?
Für einen einfachen Ring typischerweise Ringmass, Ringriegel, Sägebogen, Feilen, Biegewerkzeug, Lötwerkzeug sowie Schleif- und Poliermittel.
Warum wird mein Ring nach dem Löten zu klein?
Häufig wurde beim Rohling nur mit dem Innenumfang gerechnet und die Materialstärke nicht berücksichtigt. Auch Feilen und Nacharbeit können die Länge verändern.
Muss der Ring vor dem Löten perfekt rund sein?
Nein. Entscheidend ist zuerst eine sauber schliessende Lötfuge. Rundgerichtet wird der Ring anschliessend auf dem Ringriegel.
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