Gold testen: Goldprüfsäure, Prüfstein & Testgeräte richtig einsetzen
Gold testen kann je nach Anspruch vom schnellen Werkstatt-Screening bis zur Laboranalyse reichen. Für Goldschmiede ist die klassische Prüfung mit Prüfstein, Referenznadeln und Säuren eine etablierte Methode. Sie liefert eine schnelle Einschätzung, ersetzt aber keine hochpräzise Laboranalyse.
Gold mit Prüfstein testen
Bei der Touchstone-Methode wird ein Abrieb des Prüfstücks auf einem Prüfstein erzeugt und mit Referenzproben beziehungsweise geeigneten Prüfsäuren verglichen.
GIA beschreibt die Touchstone-Prüfung als schnelle, relativ wenig zerstörende Methode zur Einschätzung der Goldfeinheit. Für exakte Analysen nennt GIA unter anderem Feuerprobe und Röntgenfluoreszenz als präzisere Verfahren.
Quelle: GIA – Touchstone Method for Testing Purity in Karat Gold.
Was brauchst du für die klassische Goldprüfung?
- Prüfstein,
- Prüfnadeln beziehungsweise bekannte Referenzlegierungen,
- passende Prüfsäuren,
- Schutzbrille und Handschuhe,
- sauberen, gut belüfteten Arbeitsplatz.
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Stempel allein sind kein Beweis
Feingehaltsstempel sind ein wichtiger Hinweis, aber keine vollständige Materialprüfung. Stempel können fehlen, verschlissen sein oder bei Fälschungen nachgeahmt werden. Für unbekannte Ware ist eine zusätzliche Prüfung sinnvoll.
Elektronische Goldtester
Elektronische Testgeräte können je nach Gerät eine schnelle zusätzliche Einschätzung liefern. Ihre Aussagekraft hängt aber stark vom Messprinzip und der korrekten Anwendung ab. Für verbindliche Materialanalysen sind professionelle Laborverfahren überlegen.
Beschichtete Schmuckstücke
Vergoldete oder beschichtete Stücke sind besonders anspruchsvoll. Eine reine Oberflächenmessung kann die Beschichtung erfassen statt des Grundmaterials. Bei der klassischen Prüfsteinmethode wird deshalb mit Materialabrieb gearbeitet; dennoch braucht es Erfahrung, um Ergebnisse richtig zu interpretieren.
Diamanttester: anderes Prüfprinzip
Ein Diamanttester prüft nicht den Goldgehalt, sondern Eigenschaften des Steins. Viele einfache Geräte arbeiten über Wärmeleitfähigkeit oder kombinierte Messprinzipien. Ein positives Testergebnis ersetzt keine vollständige gemmologische Bestimmung.
GIA weist bei Edelsteinidentifikation generell darauf hin, dass einzelne Screening-Verfahren keine endgültige Diagnose ersetzen. Für hochwertige oder zweifelhafte Steine ist eine gemmologische Laborprüfung die sicherste Lösung.
Juwelierlupe
Eine 10-fache Vergrösserung ist ein klassischer Standard in der Diamantbeurteilung. Sie hilft, Stempel, Fassungen, Oberflächen und Einschlüsse zu kontrollieren. GIA verwendet 10× Vergrösserung auch bei der Klarheitsbeurteilung von Diamanten.
Wann reicht ein Werkstatttest nicht?
Bei hochwertigen Stücken, Rechtsfragen, Ankauf mit hohem Warenwert oder unklaren Materialien sollte eine professionelle Analyse beziehungsweise ein anerkanntes Labor hinzugezogen werden.
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