Gold prüfen bedeutet nicht, sich auf einen einzigen Trick zu verlassen. Stempel, Gewicht, Dichte und Farbe liefern Hinweise – für eine belastbarere Einschätzung werden in der Goldschmiedewerkstatt häufig Prüfstein und Referenzlegierungen eingesetzt. Bei hohen Warenwerten oder verbindlichen Aussagen kommen professionelle Analyseverfahren hinzu.
1. Stempel prüfen
Feingehaltsstempel wie 750 oder 585 sind ein erster Hinweis. Sie sind aber kein Beweis für das Material, weil Stempel fehlen, falsch angebracht oder gefälscht sein können.
2. Magnettest: nur ein grober Hinweis
Gold selbst ist nicht ferromagnetisch. Ein stark magnetisches Schmuckstück ist deshalb verdächtig. Umgekehrt beweist ein nicht magnetisches Stück aber keineswegs, dass es aus Gold besteht.
3. Dichte bestimmen
Die Dichte kann zusätzliche Hinweise geben. Reines Gold besitzt eine hohe Dichte von rund 19,3 g/cm³. Goldlegierungen haben jedoch je nach Legierungsbestandteilen andere Dichten.
Deshalb gilt: Eine niedrigere Dichte bedeutet nicht automatisch Fälschung. Sie kann auch zu einer legitimen Goldlegierung mit geringerem Feingehalt passen. Bei Schmuckstücken mit Hohlräumen, Steinen oder mehreren Materialien ist eine Dichteprüfung ohnehin schwer zu interpretieren.
4. Prüfstein und Prüfsäure
Bei der klassischen Touchstone-Methode wird ein Metallabrieb auf einen Prüfstein gesetzt und mit bekannten Referenzlegierungen verglichen. Geeignete Prüfsäuren helfen, die Reaktion der Spuren zu beurteilen.
GIA beschreibt die Touchstone-Prüfung als schnelle und relativ wenig zerstörende Methode zur Einschätzung der Goldfeinheit.
Quelle: GIA – Touchstone Method for Testing Purity in Karat Gold.
Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung: Goldprüfsäure & Prüfstein anwenden.
5. Elektronische Testgeräte
Elektronische Goldtester können je nach Messprinzip eine schnelle zusätzliche Einschätzung liefern. Aussagekraft und Genauigkeit unterscheiden sich jedoch je nach Gerät.
6. Röntgenfluoreszenz und Laborverfahren
Für professionelle Materialanalyse kommen unter anderem Röntgenfluoreszenz (XRF) und Feuerprobe zum Einsatz. GIA nennt solche Verfahren als deutlich präzisere Möglichkeiten als den klassischen Prüfstein.
Beschichtetes Gold
Vergoldete oder plattierte Stücke sind besonders anspruchsvoll. Oberflächenbasierte Messungen können primär die Beschichtung erfassen. Deshalb muss die Prüfstrategie berücksichtigen, ob möglicherweise ein anderes Grundmaterial darunterliegt.
Warum der Biss-Test keine Goldprüfung ist
Reines Gold ist weich, Schmuck besteht aber meist aus härteren Legierungen. Ein Biss liefert keine verlässliche Materialbestimmung und kann sowohl Schmuck als auch Zähne beschädigen.
Goldbarren und hochwertige Stücke
Bei hohem Warenwert solltest du nicht nur eine einfache Heim- oder Werkstattmethode verwenden. Professionelle Händler und Labore kombinieren mehrere Prüfverfahren.
Werkzeuge für die Werkstatt findest du unter Gold testen & Prüfwerkzeuge.
Goldprüfwerkzeuge
Prüfsäuren, Prüfsteine, Lupen und elektronische Testgeräte findest du gesammelt bei Schmucktools.