Gutes Goldschmiedewerkzeug hält viele Jahre, wenn Schneiden, Gelenke, Präzisionsflächen und Stahlteile richtig behandelt werden. Die beste Pflege ist meistens unspektakulär: sauber halten, trocken lagern, Korrosion früh erkennen und Werkzeuge nur für den vorgesehenen Zweck verwenden.
Nach der Arbeit: Staub und Rückstände entfernen
Feilstaub, Polierpaste und Metallabrieb sollten nicht dauerhaft auf Werkzeugen bleiben. Wische glatte Metallflächen nach der Arbeit mit einem trockenen oder leicht geeigneten Tuch ab.
Bei Werkzeugen mit Gelenken und beweglichen Teilen solltest du darauf achten, dass kein Schleifstaub in die Mechanik gelangt.
Zangen und Seitenschneider
Kontrolliere Backen und Schneiden regelmässig. Eine Kerbe im Seitenschneider oder eine beschädigte Zangenbacke überträgt sich schnell auf das Werkstück.
- Backen sauber und fettfrei halten, wenn du empfindliche Oberflächen greifst.
- Seitenschneider nur für Materialien und Drahtstärken verwenden, für die sie ausgelegt sind.
- Gelenke bei Bedarf nach Herstellerangabe leicht schmieren.
Passende Werkzeuge findest du unter Goldschmiedezangen.
Feilen richtig behandeln
Feilen arbeiten nur gut, wenn ihre Hiebe frei sind. Eingesetzte Metallpartikel verschlechtern die Schneidleistung und können Oberflächen zerkratzen.
Verwende eine geeignete Feilenbürste beziehungsweise Reinigungskarte und arbeite entlang der Hiebrichtung. Feilen sollten nicht lose aufeinanderliegen, weil sich die gehärteten Oberflächen gegenseitig beschädigen können.
Sägebogen und Sägeblätter
Entspanne beziehungsweise entferne Sägeblätter, wenn der Sägebogen längere Zeit nicht benutzt wird. Prüfe Spannschrauben und Blattaufnahme auf Metallstaub und Verschleiss.
Bei Problemen mit häufig brechenden Blättern hilft unser Säge-Ratgeber.
Stahlwerkzeuge vor Korrosion schützen
Korrosion entsteht besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit, Handschweiss und feuchter Lagerung. Bewahre Stahlwerkzeuge trocken auf und wische sie nach intensivem Kontakt mit Händen oder Feuchtigkeit ab.
Für unbeschichtete Stahlflächen kann je nach Werkzeug ein sehr dünner, dafür geeigneter Korrosionsschutz sinnvoll sein. Bei Messflächen, Schneiden und Werkzeugen mit speziellen Beschichtungen solltest du dich an die Herstellerhinweise halten.
Ringriegel, Ambosse und polierte Schlagflächen
Werkzeuge, die direkt die Oberfläche eines Schmuckstücks formen, sollten möglichst glatt und frei von Kerben sein. Jede Delle im Hammerkopf oder Ringriegel kann sich im Werkstück wiederfinden.
Kontrolliere deshalb:
- Hammerflächen,
- Ringriegel,
- Ambosse,
- Stahlblöcke,
- Formwerkzeuge.
Messwerkzeuge
Messschieber, Lehren und Waagen brauchen besondere Sorgfalt. Halte Messflächen sauber, vermeide Stösse und lagere Präzisionswerkzeug geschützt.
Bei digitalen Geräten gehören Batterie- und Herstellerhinweise ebenfalls zur Pflege.
Polier- und Schleifwerkzeuge
Polierscheiben sollten nach Polierpaste getrennt werden. Eine Scheibe, die grobe Vorpolierpaste enthält, darf nicht plötzlich für eine feine Hochglanzpaste verwendet werden.
Mehr dazu: Schmuck richtig polieren.
Werkzeuge sicher lagern
Eine trockene, übersichtliche Lagerung schützt Werkzeuge und spart Zeit. Scharfe Schneiden, Feilen und Präzisionsflächen sollten sich nicht gegenseitig berühren.
Aufbewahrung findest du unter Sortimentskästen & Aufbewahrung.
Wann Werkzeug ersetzen?
Werkzeuge mit gerissenen Griffen, beschädigten Schneiden, stark ausgeschlagenen Gelenken oder sicherheitsrelevanten Defekten sollten nicht einfach weiterverwendet werden. Je nach Werkzeug kann Nachschärfen, Reparatur oder Austausch sinnvoll sein.
Werkstatt sinnvoll ausstatten
Pflege beginnt mit der richtigen Nutzung. Unsere Werkzeugübersicht ordnet das Sortiment nach Arbeitsschritt.